Das Montessori-Material

Keine Pädagogik hat einen derartig fein aufeinander abgestimmten, wissenschaftlich entwickelten und umfassend erprobten Fundus an Materialien, die das Kind zu selbsttätigem Handeln auffordern und die obendrein einen hohen diagnostischen und therapeutischen Wert haben.

Es gibt spezielle Materialien zu den Bereichen "Übungen des täglichen Lebens". Es gibt das "Sinnesmaterial", das "Sprachmaterial", "Materialien zur Mathematik und Geometrie" und die "Materialien zur Kosmischen Erziehung", mit deren Hilfe sich das Kind Natur und Kultur ganzheitlich erschließen kann. Das Kind arbeitet mit diesen Entwicklungsmaterialien in der Freiarbeit.

Das didaktische Material stellt die Schiene dar, auf der sich das Kind in seiner Entwicklung fortbewegt. Das Material ist für Montessori der „Schlüssel zur individuellen Erziehung“ des Kindes. Ist noch für das vorschulische Kind reichlich Material vorhanden, weil gerade das 3- bis 6-jährige Kind seine Intelligenz durch konkrete Handlungen schulen will, macht sich das Material im Laufe seiner Entwicklung überflüssig. 

Das didaktische Material weist allgemeine Grundsätze auf, die für alle fünf Gruppen maßgeblich sind. Ein grundlegendes Kriterium ist die freie Wahl des Materials, das wohlgeordnet für alle Kinder zugänglich ist. Der selbständige Umgang mit ihm gibt dem einzelnen Kind die Möglichkeit, sich seinen eigenen Arbeitsrhythmus anzueignen und sein individuelles Lerntempo zu entwickeln. Da jedes Material eine Fehlerkontrolle enthält, kann das Kind sich einen Überblick über seine einzelnen Lernschritte und -erfolge verschaffen und gewinnt Unabhängigkeit von der Beurteilung des Lehrers. Bei jedem Material ist eine Eigenschaft isoliert, der das Kind seine Aufmerksamkeit schenken kann. Es enthält aufeinander abgestufte Schwierigkeitsgrade. Durch seinen gesunden mathematischen Geist lernt das Kind zu vergleichen und zu unterscheiden.