Montessori-Pädagogik an der Gartenschule

Demokratiebildung

Erziehung zur Demokratie muss früh beginnen, „wenn der Erwachsene ein wertvoller Bürger in einer freien Demokratie werden soll.“
Maria Montessori

Demokratiebildung ist als wichtiger Bestandteil der Persönlichkeitsbildung ein wesentliches Element einer modernen Schule und nicht zuletzt vom Bildungsplan und dem Leitfaden für Demokratiebildung gefordert. Wir möchten junge Menschen auf dem Weg zu mündigen Bürgern einer demokratischen Gemeinschaft unterstützen. Deshalb ist es zwingend erforderlich, schon früh demokratische Handlungsfelder für die Kinder zu öffnen. Partizipation und die Möglichkeit der Einflussnahme durch Argument und Abstimmung stärken das demokratische Bewusstsein. Das Fundament der demokratischen Frühbildung wurde an der Gartenschule durch die Implementierung eines wöchentlichen Klassenrats in allen Klassen und des Gartenschul-Parlaments gelegt. Der Klassenrat und das Gartenschul-Parlament wurden durch einstimmige Beschlüsse der GLK und der Schulkonferenz der Gartenschule fest in den Schulalltag der Schule integriert.

Wöchentlicher Klassenrat

Der Klassenrat ist ein wichtiges Instrument zur Mitbestimmung und demokratischen Gestaltung klassenrelevanter Belange. Die Kinder einer Klasse treffen mindestens alle zwei Wochen an einem festgelegten Tag zum gemeinsamen Klassenrat. Hier werden von den Kindern für die gesamte Klasse relevante und aktuelle Themen eingebracht, diskutiert und verbindlich gemeinsame Entscheidungen getroffen. Der Klassenrat wird von den Kindern selbst geleitet. Hierbei übernehmen sie notwendige Aufgaben übernehmen:

  • Moderator/in (Leitung der Sitzung, verteilen des Rederechts)
  • Protokollant/in (Verlesen der Ergebnisse der letzten Sitzung, Verschriftlichung der Anliegen und Beschlüsse)
  • Zeitwächter/in (Erinnerung an Einhaltung des Zeitrahmens)
  • Regelwächter/in (Aufsicht über Einhaltung der Gesprächsregeln)

 

Zum Klassenrat schreibt eine Schülerin:

„Im Klassenrat sitzen alle zusammen. Es gibt einen Protokollant, der alles aufschreibt, einen Zeitwächter und einen Ruhewächter. Es gibt auch zwei Klassensprecher, das sind immer ein Junge und ein Mädchen. Sie sind so ein bisschen wie die Lehrerin. Wir lösen Probleme friedlich.“
(Selma, Stufe 1)

 

Gartenschul-Parlament

Die Gartenschule Karlsruhe hat ab dem Schuljahr 2018/2019 ein Gartenschul-Parlament eingerichtet, um die Schülerinnen und Schüler hinsichtlich der Gestaltung und Weiterentwicklung der Schule zu beteiligen und in die Verantwortung zu nehmen. Zugleich dient die Initiative dazu, Schülerinnen und Schüler an demokratische Grundgedanken sowie parlamentarische Abläufe heranzuführen. Die Schülerinnen und Schüler wirken bei der Umsetzung der Bildungs- und Erziehungsziele in allen schulischen Bereichen durch ihre Schülervertreter und Schülervertreterinnen eigenverantwortlich mit. Das Gartenschul-Parlament tagt verlässlich einmal pro Ferienabschnitt. Die Ergebnisse werden durch die Klassensprecher im Klassenrat allen Schülern transparent gemacht. Ebenso können Themen aus dem Klassenrat einer Klasse über die Klassensprecher in das Gartenschul-Parlament eingebracht und dort diskutiert werden.